Tiere stört die klirrende Kälte nicht

Corona schon eher

Tiere stört die klirrende Kälte nicht. Die Naturschutzgebiete Höltigbaum, Stellmoorer Tunneltal in Hamburg-Rahlstedt und teils auf Schleswig-Holsteiner Gebiet, sind bekannt für die Wilden Weiden, auf denen Galloway Rinder, Bentheimer Landschafe und verschiedene Ziegen als tierische Naturschützer das ganze Jahr über draußen in dieser einmaligen Landschaft ihren Dienst tun.

Die zur Zeit herrschende klirrende Kälte stört die robusten Rassen nicht so sehr wie vielleicht gedacht. Die Galloways kommen ursprünglich von den kargen Weiden des schottischen Hochlandes und vertragen Wind und Wetter, Schnee und Eis gut. Sie haben eine dickere Haut und ein doppeltes Haarkleid mit langem Wuscheldeckhaar und feinem, dichten Unterhaar. Dies schützt im Winter vor Wärmeverlust. So bleibt der Schnee oft mehrere Stunden auf dem Rücken der Rinder liegen, bevor er schmilzt.
„Die Mutterschafe der Bentheimer Landschafe sind gerade mit ihren frischen Lämmern im warmen Stall und werden gepflegt. Sie kommen erst wieder auf die Wilden Weiden, wenn es das Wetter zulässt.“ berichtet Julia Frenzel, Dipl. Agraringenieurin und Landwirtin im Haus der Wilden Weiden.

Zur Zeit sind die meisten Mitarbeiterinnen des Hauses damit beschäftigt, sich engagiert um die Tiere zu kümmern. Sind die Flächen zum Beispiel verharscht und die Tiere können das darunterliegende Futter nicht erreichen, wird mit eigenem Heu zugefüttert. Sind die Gewässer zugefroren, werden diese an den Trinkstellen aufgebrochen oder extra Tränken bereitgestellt. Die tägliche Überprüfung der Wasserstellen und Fütterung der Tiere kostet viel Zeit und Kraft, immerhin müssen etliche Kanister mit Wasser befüllt und bewegt werden.

Da bei den Galloways gerade Kälberzeit ist, brauchen die Mutterkühe viel Ruhe. Aus diesem Grund sind vorübergehend einige wenige Wege gesperrt. Die Besucherinnen werden gebeten, respektvoll Abstand zu den Tieren zu halten, denn die grundsätzlich friedlichen Rinder können bei Gefahr für ihre Kälber aggressiv reagieren. Insbesondere Hundehalter*innen sollten sich deshalb strikt an das Leinengebot im Naturschutzgebiet halten.

Gefährlich für die Tiere wird es leider nur dann, wenn Tierliebhaberinnen mit vermeintlichen Leckerlis wie Brot, Gemüse oder Grünresten vorbeikommen. „Unsere Tiere sind Gewohnheitstiere und ungewohntes Futter führt zu erheblichen Verdauungsproblemen und kann sogar zu Vergiftungen führen, wie z.B. vom Grünschnitt aus dem Garten oder der Terrasse. Bitte auf keinen Fall!“ so Thorsten Stegmann, Leiter des Haus der Wilden Weiden. Corona schadet den Tieren auch nicht direkt, aber dem Gebiet, das nun fast überlaufen wird – an einem Tag am Wochenende kamen über 10.000 Besucherinnen!

Aber vielleicht kann das auch positiv sein?

Vor allem die Umweltbildung für Kita- und Grundschulkinder leidet und benötigt dringend Spenden. Denn diese wichtigen Projekte können nicht stattfinden. „Wenn nur jeder Besucherin ein paar Euro spenden würde, dann wäre uns sehr geholfen. Denn Kurse konnten nicht stattfinden und somit erhielten wir keine Einnahmen. Aus Kulanz gegenüber den häufig einkommensschwachen Familien sind viele bereits bezahlte Kursgebühren zurückerstattet worden.“ So Lisa Grotehusmann, Umweltbildungsmanagement im Haus der Wilden Weiden.
Wer etwas für die zukünftige Generation und deren Umweltbildung tun möchte, ist nun gefragt!

Spenden

Spenden kann man über einen Link auf der Homepage www.hoeltigbaum.de und sich dort auch gleich das vielfältige Jahresprogramm anschauen!