Eine Bürgerinitiative klärt auf

Die gute Nachricht:
Rahlstedt bekommt die S4, die die unzuverlässige Regionalbahn 81 ersetzen soll. Die Vorteile liegen auf der Hand: engere Taktung, bessere Anbindung an die Hamburger Innenstadt und Altona, Entlastung am Hauptbahnhof, etc. Wir haben ausführlich in Ausgabe 3/2019 darüber berichtet.

Die schlechte Nachricht:
Die Finanzierung der S4 ist gekoppelt an ein Großprojekt des Bundes, das die bestehende Güterstrecke zwischen Skandinavien über Hamburg bis Palermo als Hauptverkehrsachse im Visier hat. Durch diese bestehende Gleisstrecke und der Verknüpfung der Einführung der S4, die im gleichen Gleisbett fahren soll, wurden zwei Bauprojekte miteinander zu einem Finanzierungsprojekt verbunden. Irgendwie pragmatisch, irgendwie verständlich, wahrscheinlich irgendwie finanziell attraktiv, aber leider mit enormen Nebenwirkungen:

  • Vernichtung weiter Teile des Naturschutzgebietes Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal
  • Massive Eingriffe in private und gewerbliche Grundstücke
  • 6 Meter hohe Lärmschutzwände, so dass die S4 durch einen riesigen Tunnel mit Tageslicht quer durch Hamburg fährt – eine kilometerlange Mauer teilt die Stadt im Osten – Erinnerungen kommen auf.
  • Erhöhter Güterverkehr: Das Bundesverkehrsministerium erwartet mindestens 120 Güterzüge pro Tag auf der Strecke, Tag und Nacht. 17% davon sind Gefahrguttransporte. Im Vergleich: Aktuell fahren 36 Güterzüge durch Rahlstedt pro Tag.
  • Baustraßen werden den Hamburger Osten mindestens 7 Jahre in eine große Baustelle verwandeln. Betroffen sind u.a. viele Schüler, die mit dem Fahrrad zu den Schulen in Oldenfelde fahren. Sie müssen voraussichtlich über die vierspurige Straße am Höltigbaum ausweichen, um über die Gleise zu kommen …
  • Geschätzte 20.000 Bäume müssen entlang der Strecke ab Bad Oldesloe gefällt werden.
  • Probebohrungen des Kampfmittelräumdienstes sind erforderlich, denn entlang der Gleise liegen tief in der Erde verborgen noch zahlreiche Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg.

Wahrscheinlich haben nach diesen Argumenten schon viele Menschen ein ungutes Bauchgefühl … und dann noch:

Atommüll und Todeszone?
Die Bürgerinitiative fürchtet den Transport von Atommüll und einen unerträglichen Lärm – insbesondere in der Bauphase, der in die Wohngebiete ca. 4-6 Kilometer hineingetragen wird und krank machen kann. Sie sprechen zudem von einer Todeszone innerhalb der sechs Meter hohen Lärmschutzwände, in die im Notfall keiner rein und keiner raus kommt. Ist das reine Stimmungsmache?

Die Kernaussagen
 Ja zur S4!
 Ja zum Güterverkehr und Gefahrguttransport auf der Schiene!
X Nein zu 120 Güterzügen quer durch die Stadt bei Tag und Nacht!
X Nein zu 6m hohen Mauern in Rahlstedt – und im Hamburger Osten!
X Nein zu krebserregenden Magnetfeldern bei <45m Abstand Oberleitung
 Ja zum Güterverkehr parallel zur Autobahn!

Die Lösung:

Dr. Martin Vieregg, renommierter Experte für Eisenbahnverkehr aus München, hat bereits 2018 eine alternative Streckenführung entlang der Autobahn A1 entwickelt und vorgestellt. Gemäß seiner Argumentationsschrift überwiegen die Vorteile deutlich – ein Auszug: „Das Ergebnis der Planung sind die folgenden Kernpunkte:

  1. Der Bau einer Neubaustrecke entlang der Autobahn A1 ist technisch gut umsetzbar.
  2. Der Neubau von Moorfleet bis Bad Oldesloe ist um 100 bis 200 Millionen Euro kostengünstiger als der bislang geplante Ausbau, obwohl er die Viergleisigkeit bis Bad Oldesloe und nicht nur bis Ahrensburg herstellt.
  3. Es werden keine Anwohner entlang der Autobahn zusätzlich belastet. In den wenigen Bereichen, wo die neue Bahntrasse nahe von Wohnhäusern verläuft, wird sie im Tunnel im heute schon bestehenden Lärmschutzdamm geführt.
  4. Die Bahntrasse kann auch im Bereich der Anschlussstellen eng mit der Autobahn gebündelt werden. Es wurden entsprechende bauliche Vorschläge ausgearbeitet.
  5. Die Neubaustrecke bis Bad Oldesloe ermöglicht eine Fahrzeit Hamburg-Lübeck von 30 Minuten, die vollständige Neubaustrecke bis Lübeck von 25 Minuten. Damit werden in Hamburg die Anschlüsse erreicht und es können auch ICE-Züge durchgebunden werden.
  6. Langfristig ist noch ein zweigleisiger Ausbau von Bad Oldesloe über Bad Segeberg nach Neumünster für 200 bis 230 km/h vorstellbar, der die Fahrzeit von Hamburg nach Neumünster auf 30 und nach Kiel auf 50 Minuten verkürzt.
  7. Nur die Neubaustrecke verspricht im Fernverkehr einen Nutzen. Im Unterschied zur bisherigen Planung wird deshalb der Bund einen nennenswerten Anteil der Strecke eigenständig über den BVWP (Bundesverkehrswegeplan) finanzieren. Zusammen mit den insgesamt geringeren Kosten sinkt dann der gemeinsame Finanzierungsbeitrag der zwei Länder auf voraussichtlich unter 200 Millionen Euro.“ Nachzulesen auf www.vr-transport.de

Die S4 könnte demzufolge exklusiv auf den bestehenden Gleisen fahren. Die Baumaßnahmen würden nicht in Wohngebieten stattfinden, sondern entlang der Autobahn. Die Lebensqualität in Rahlstedt wie im gesamten Planbereich bliebe erhalten. Warum sich die Hamburger Politik NICHT für die Alternativstrecke an der A1 einsetzt, ist ein Rätsel. Daher hat sich Widerstand formiert: Die Bürgerinitiative an der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck e.V. bereitet eine Klage vor.

Mehr Informationen und wie es weitergeht können Sie auf den Webseiten zweier Bürgerinitiativen verfolgen:
http://www.buergerinitiative-bahnstrecke-hh-hl.de/
https://laermschutz-wandsbek.de/

Jubiläum

Wir sind im zehnten Jahr unseres Stadtteilmagazins angekommen und bereiten uns auf unser Jubiläum in 2021 mit vier Countdown-Ausgaben vor. Wir nutzen diesen schönen Anlass für Neues – für eine neue Verbindung zwischen print und digital, um das Beste aus beiden Welten miteinander zu verknüpfen. Dafür haben wir uns zunächst ein wenig herausgeputzt … lassen Sie sich vom neuen Heft-Style im März überraschen. Und auch unsere Website hat jetzt einen frischen, modernen Look erhalten. Der Clou sind die vielen neuen Funktionen, damit Ihre Präsenz bei uns im Heft nicht nur 4x p.a. sondern ganzjährig stattfinden kann.

Wir setzen weiterhin auf unser persönliches Erfolgsrezept:

  • Redaktion: Wir stellen Menschen und ihre Geschichten aus dem Stadtteil vor.
  • Layout: Wir mögen es, wenn das Heft gut aussieht.
  • Fotos: Wir legen viel Wert auf hochwertige Bilder.
  • Zustellung an Privathaushalte

Wir ergänzen unser Magazin ab sofort durch digitale must-have online-Funktionen:

  • Rahlstedter Leben erscheint auf unserer Website in HD-Qualität zum Blättern.
  • Das PDF steht auf unserer Website jederzeit zum Download bereit.
  • Ganzjährige Internetpräsenz mit Google Indizierung
  • Die Website-Links in Anzeigen sind anklickbar!

Lust auf Malen?


Jeder kann hier ein kleines Wunder erleben.

Neuerdings sieht man bundesweit in Lokalen und Restaurants immer häufiger Menschen, die nicht zum Essen kommen, sondern zum Malen. Sie nehmen an einer langen Tafel Platz, die mit Staffeleien und Leinwänden statt mit Tellern und Besteck eingedeckt ist. Das sieht kreativ und verlockend aus. Wer steckt bloß dahinter und kann ich das auch?
In Rahlstedt ist es das Künstlerehepaar Maryvonne und Hans-Gerd Volckmer, die die Malevents zu uns an den Stadtrand bringen. Er liebt das Malen und sie liebt es, Gastgeberin zu sein. Sie sind seit 50 Jahren ein eingespieltes Team und verstehen es mit norddeutschem Humor und französischem Charme durch den zweistündigen Abend zu führen. Das Ziel ist, dass die Teilnehmer einen entspannten Abend in geselliger Runde verbringen und dabei ein Bild auf die Leinwand bringen. Das funktioniert wirklich. Ich habe mitgemacht und bin erstaunt, dass ich es geschafft habe, mit Pinsel und Farbe das vorgegebene Bild abzumalen. Das war schon mal das erste Wunder. Das zweite Wunder war, dass ich komplett abgeschaltet habe und meinen Alltag vergessen habe. Ich bin den Anleitungen von Hans-Gerd Schritt für Schritt gefolgt und habe mich total auf das Malen konzentriert – nach nur zwei Stunden war das Bild tatsächlich fertig. Ich bin begeistert, dann das hätte ich nicht von mir erwartet. Einige meiner Mitstreiter waren übrigens genauso erstaunt. Kennengelernt habe ich an diesem Abend eine Mutter mit ihrem Sohn sowie drei Kolleginnen einer Zahnarztpraxis, außerdem eine Anwältin, die nicht zum ersten Mal dabei war, sondern frühzeitig begonnen hatte, persönliche Kunstwerke für ihre Lieben zu Weihnachten zu erstellen. Das ist es, was auch Maryvonne und Hans-Gerd immer wieder begeistert, nämlich dass sie so vielen verschiedenen Menschen begegnen. Einmal waren sogar Touristen da, die einen besonderen Abend in Hamburg verbringen wollten und ganz stolz mit ihrem Werk wieder zurück nach Bayern gereist sind. Das Konzept des Abends ist genial einfach, denn egal ob jung oder alt, ob mit oder ohne Vorkenntnisse, es macht immer Spaß und jeder nimmt am Ende sein Kunstwerk mit nach Hause verbunden mit der Erinnerung an einen wundervollen Abend. Es gibt kein richtig oder falsch, jeder Teilnehmer darf sich kreativ ausprobieren und seine persönliche Note einbringen. Hans-Gerd steht immer mit Rat und Tat zur Seite und unterstützt auch mal, wenn der Pinsel nicht so will, wie er soll.
Die Idee dieser Malevents stammt von Aimie und David aus Berlin. Sie haben ihr Startup ArtNight getauft und im Herbst 2016 gegründet. Inzwischen haben sie ihr Konzept schon bis in die Niederlande, nach UK und Frankreich ausgerollt. Ihre Vision: „Ganz einfach – ein internationales Unterhaltungsunternehmen mit einem Portfolio an vielfältigen Erlebnismarken aufbauen und Menschen dadurch offline zusammenbringen.“
Maryvonne und Hans-Gerd bieten ihre ArtNights regelmäßig im Café Olé an. Neu ab Januar: Vormittagskurse im Caféhaus von Schmidt & Schmidtchen. Der Clou ist natürlich davor oder danach noch gemeinsam zu essen und zu klönen.
Der Weg zur Teilnahme ist denkbar einfach. Man meldet sich online auf www.artnight.com an, wählt den Termin und das Motiv aus und bucht für nur 34€ pro Person einen tollen Abend. Das Material wird komplett zur Verfügung gestellt. Gerne stehen die beiden Künstler auch für eine private ArtNight zur Verfügung: Weihnachtsfeier, Geburtstag, Teamevent, Junggesellabschied, etc. Alles weitere im Web.

Bonne soirée avec Maryvonne et Hans-Gerd!

www.artnight.com

TV Koch rockt die Mensa an der Grund- und Stadtteilschule Altrahlstedt

Stefan Marquard setzt sich für gesundes und leckeres Essen ein.

TV- und Sternekoch Stefan Marquard und die Krankenkasse Knappschaft haben in den vergangenen drei Jahren bundesweit bereits über 50 Schulen erfolgreich besucht. Auch in 2019 haben sie sich mit ihrem gemeinsamen Präventionsprojekt „Sterneküche macht Schule“ für eine gesunde Ernährung für Kinder und Jugendliche eingesetzt – und jetzt endlich auch in Rahlstedt. Beim Aktionstag an der Grund- und Stadtteilschule Altrahlstedt hat Stefan Marquard gezeigt, wie gesund, lecker und frisch Schulessen sein kann – und das ohne Mehrkosten! Mit seinen ganz eigenen Methoden und seiner Begeisterung hat er der Küchencrew rundum Frau Linek gezeigt, wie sie effizienter einkaufen, schonender zubereiten und so frisches und gesundes Essen auf den Mensatisch bringen können.
Er ist mitreißend und witzig. Die Kinder sind fasziniert und glauben ihm, wenn er sagt: „Gemüse ist geil, wenn man es altersgerecht zubereitet.“ So wie er über gesunde Ernährung spricht, verstehen sie, was es bedeutet und was es mit ihnen zu tun hat. Engagiert und stolz helfen sie an diesem Tag, das Essen für die ganze Schule vorzubereiten: 300 Schüler und Lehrer!
Eine erste Gruppe bereitet einen Smoothie aus Ananas und Apfel als Pausensnack vor. Richtig lecker. Die Mitschüler sind begeistert und genießen die erste große Pause mit ganz vielen Vitaminen. Eine andere Gruppe erstellt fleißig Hähnchenspieße mit Paprika und eine weitere Gruppe ist für das Hauptgericht zuständig, Putenschnitzel mit Gemüsereis und Tomatensoße. Und für den Nachtisch wird eine Quarkspeise mit geraspelter Birne zubereitet. Allen schmeckt’s heute besonders gut … Schulleiterin Katrin Vogel greift sogar gleich zweimal zum Nachtisch 
Es ist natürlich ein ganz besonderer Tag und es herrscht eine aufregende Stimmung in der Mensa, denn Stefan Marquard ist zwar ein Spitzenkoch aber vor allem ein Entertainer. Er versprüht pure Lebensfreude. Es dürfen natürlich auch Selfies mit ihm gemacht werden. Andere Schüler lassen sich ihre Kochbücher von ihm signieren. Es ist ein rundum fröhlicher Tag, den keiner so schnell vergessen wird. Doch damit die Aktion keine Eintagsfliege bleibt, analysiert Stefan Marquard den gesamten Verpflegungsprozess und erstellt gemeinsam individuelle Programmbausteine mit allen Beteiligten. Diese münden in einem Abschluss fester Vereinbarungen. Durch die Übergabe der Arbeitsergebnisse an Köche, SchülerInnen, Eltern und Lehrkräfte, haben die Schulen eine schriftliche Grundlage, um sich dauerhaft für eine schmackhafte und gesunde Verpflegung einzusetzen und entsprechende Verträge mit ihren Lieferanten oder Betreibern zu schließen. Nach etwa sechs Monaten wird den Schulen eine Nachschulung angeboten. In diesem Rahmen werden Inhalte vertieft. Die Küchencrew kann bereits gemachte Erfahrungen einbringen und Fragen an Stefan Marquard stellen. Außerdem steht den Köchen das ganze Jahr über ein eigenes Forum für den fachlichen Ausstauch mit anderen Köchen zu Verfügung. Wir drückend die Daumen für nachhaltig gutes Gelingen und wünschen guten Appetit!

Stefan Marquard
Für seine revolutionären Kochmethoden wurde der gelernte Koch und Metzger mit dem GastroStern 2017, einem Michelin-Stern, der „Goldenen Schlemmerente” sowie mit 18 Punkten im Gault-Millau ausgezeichnet. Vielfache Fernsehauftritte, sowie mehr als 10 Kochbücher machten ihn einem breiten Publikum bekannt. Besonders am Herzen liegt ihm die Arbeit mit Kindern. So setzt er sich bereits seit vier Jahren an Schulen erfolgreich für eine gesündere und trotzdem schmackhafte Schulverpflegung ein. Er zeigt auf unkonventionelle Art, dass gesundes Mittagessen schmeckt und die Zubereitung Spaß macht. Frei nach dem Motto: „Weg vom Einheitsbrei – ran an die Frischeküche!“
www.stefanmarquard.de

Check up für alle Schulen
Zunächst müssen Schulküchen mit den vorhandenen Budgets auskommen. Die liegen im Schnitt zwischen 2,80 Euro und 3,80 Euro pro Kind und Mahlzeit. Damit das Betreiben einer Schulmensa dennoch wirtschaftlich interessant ist, müssen alle einzelnen Prozesse optimiert werden: Vom Einkauf über die Lagerung bis zum Garen mit niedrigen Temperaturen. Stefan Marquard hat eine einfache Methode entwickelt, mit der jeder die Lebensmittel so zubereiten kann, dass möglichst alle wichtigen Nährstoffe erhalten bleiben. Darüber hinaus: Die Köche vor Ort, beziehungsweise die Caterer, Lehrkräfte, Eltern, die Gemeinde und vor allem die SchülerInnen müssen mit eingebunden werden. Gemeinsam kann dann das eigene Angebot überprüft werden – von der Zubereitung über die Essensausgabe bis zum Speiseraum. Wie sind Atmosphäre und die einzelnen Abläufe? Wie ist es mit der Freundlichkeit bestellt? Herrscht ein respektvoller Umgang mit allen Ressourcen? Das Angebot lässt sich verbessern, wenn
• Zug um Zug eine freie Komponentenwahl eingeführt wird, wie eine Salatbar und Dessertauswahl.
• Aktionswochen durchgeführt und idealerweise mit Projektwochen der Gesundheitsförderung und Ernährungserziehung gekoppelt werden.
• eine attraktive Zwischenverpflegung angeboten und ein abwechslungsreiches Frühstücksbuffet sowie ein zweites Frühstück ermöglicht werden.
• in einem Speiseplan mehr steht, als die Auflistung der Menüs.
www.sternekueche-macht-schule.de

Angst vor dem Finanzamt?

Menschen, die sich mit dem Steuerrecht auskennen, sind cool!

Zum Jahreswechsel steht wieder die Steuererklärung an – für viele eine schweißtreibende Angelegenheit. Sie fühlen sich wie Angeklagte vor Gericht und haben Angst vor den Finanzbeamten. Warum eigentlich? Wir haben das Finanzamt Ost in der Nordkanalstraße besucht, um die Menschen, die dort arbeiten, persönlich kennen zu lernen.

Wir sind sehr sympathischen Mitarbeitern begegnet, die uns gerne aus ihrem Berufsalltag erzählt haben. Sie wissen, dass ihr Beruf bei anderen Angst auslöst, denn sie merken es täglich in den Gesprächen, die sie mit vielen verunsicherten Menschen führen. Sie selbst finden ihren Job allerdings wunderbar und arbeiten gerne im Bereich Steuerrecht. Es geht dabei entgegen aller Erwartungen weniger um Zahlen und Rechnen, sondern vielmehr um Richtlinien und Gesetzestexte. Sie verstehen sich daher eher als Juristen denn als Mathematiker, da sie zu prüfen haben, ob alle ihrer Steuerpflicht dem Gesetz nach richtig nachkommen. Daran sollte uns allen gelegen sein, denn nur so kann unserer Sozialstaat funktionieren, von dem wir alle profitieren.

Niemand beim Finanzamt erwartet, dass wir Ottonormalbürger Steuerexperten sind, daher dürfen wir jederzeit anrufen und fragen, wenn wir unsicher sind. Die Mitarbeiter geben gerne Auskunft. Sie sind auch darin geschult, Zusammenhänge zu hinterfragen. „Manchmal müssen wir regelrecht Detektiv spielen, um zu verstehen, was ein Anrufer von uns wissen möchte“, erklärt uns Amtsinspektorin Silke Heitmann mit einem Schmunzeln. Große Schwierigkeiten haben die meisten Steuerzahler mit dem Fachvokabular, so dass die Mitarbeiter es verständlich und umgangssprachlich erklären, bis der Laie versteht, worum es geht und wie er seine Steuererklärung korrekt ausfüllen muss. „Wir nehmen das Fachchinesisch unter uns aber auch mit Humor“ stellt Steuerobersekretär Ümit Kurt klar. „Meistens gibt es für die Fachbegriffe sogar noch herrliche Abkürzungen und so können interne Dialoge zwischen zwei Kollegen ganz schön witzig klingen.“ „Zum Thema Kommunikation bringt Vorsteher Berndt Puff noch einen wichtigen Aspekt ein: „Unsere allgemeinen Vordrucke für die schriftliche Korrespondenz sind bundesweit einheitlich formulierte Briefe, die wir in dieser Form verwenden müssen. Sie werden allerdings zum größten Teil in anderen Bundesländern verfasst. Das erklärt, warum so manches Schreiben für uns Norddeutsche recht deftig und streng klingt und nicht höflich hanseatisch.“ Es sind wahrscheinlich eben diese Schreiben, die bei vielen Bürgern die Angst auslösen. Wer sich nach einer Erinnerung oder Mahnung schon mal getraut hat, zum Hörer zu greifen, konnte sicherlich feststellen, wie freundlich und hilfsbereit die Hamburger Finanzbeamten sind.

Diese angenehme Atmosphäre wirkt sich natürlich auch auf den Berufsalltag aus. Das Miteinander im Kollegium ist ebenso unbeschwert und entspannt, so dass sich auch junge Menschen hier wohlfühlen und sich für eine Ausbildung in der Verwaltung entscheiden … und am Ende sogar gerne bleiben. Silke Heitmann und Ümit Kurt gehören zu einem der Ausbildungsteams und freuen sich über den Nachwuchs. Sie geben ihr Wissen gerne weiter und lassen ihre Azubis schon früh an echte Fälle ran. Man merkt ihnen die Freude an ihrem Beruf an, denn sie kommen authentisch und begeistert – nicht nur – bei den Azubis an.

Grundsätzlich ist man im Finanzamt um einen serviceorientierten Umgang mit den Kunden bemüht, doch die Unterstützung hat ihre Grenzen – nämlich genau dort, wo die Leistung der Steuerberater beginnt. Ein einfaches Bild hilft hier vielleicht als Antwort:
Wenn wir im Supermarkt fragen, wo die Schokolade liegt, zeigt ein Verkäufer uns gerne das Süßigkeitenregal und weist zudem auch auf besonders günstige Angebote hin. Er würde aber keine individuelle Ernährungsberatung abgeben und uns in die Obstabteilung schicken.

Bürgerservice: die IAS
Insgesamt kommen auf rund 250 Kollegen im Finanzamt ca. 100.000 Steuerpflichtige, d.h. persönliche Gespräche mit dem jeweils zuständigen Sachbearbeiter sind nicht immer möglich. Daher wurde eine Informations- und Annahmestelle mit top geschulten Mitarbeitern eingeführt. Hier können mehrere Anliegen zu allgemeinen und einfachen steuerlichen Angelegenheiten sowie zu steuerverfahrensrechtlichen Fragen ganz ohne Termin und ohne Beachtung besonderer Zuständigkeiten in einer Dienststelle erledigt werden – einfach reinkommen und drankommen. Meistens können hier bereits die ersten Hürden der Steuererklärung genommen werden. Auch werden bei der persönlichen Abgabe der Steuererklärung die Unterlagen noch vor Ort auf Vollständigkeit geprüft.

Persönlicher Kontakt
IAS Wandsbek in der Hammer Straße 34, 22041 Hamburg (Erdgeschoss). Postanschrift: Nordkanalstr. 22, 20097 Hamburg:

Montag
geschlossen
Dienstag
7-14 Uhr
Mittwoch
geschlossen
Donnerstag
8-18 Uhr
Freitag
8-12 Uhr

Elektronischer Kontakt
Wer den elektronischen Weg bevorzugt, kann selbstverständlich auch eine E-Mail schreiben an FAHamburgOst@finanzamt.hamburg.de. Bitte immer Name, Adresse und Geburtsdatum oder die Steuer-ID/bzw die Steuernummer (soweit vorhanden) in der E-Mail nennen, damit das Anliegen richtig zugeordnet werden kann.
Das Portal für die elektronische Steuererklärung ELSTER ruft man über www.elster.de auf.

TIPP
Geld zurück
Wer als Angestellter bislang keine Steuererklärung gemacht hat, hatte bislang auch nie Ärger mit dem Finanzamt. Der Grund: Wahrscheinlich hat er zu viel bezahlt. Eine Steuerklärung ist gar nicht so schwierig, dafür oft lohnend.

Folgende Punkte kann man beispielsweise steuerlich geltend machen:

• Fahrtkosten zur Arbeit
• Weitere berufliche Kosten als Werbungskosten
• Sonderausgaben wie die Kirchensteuer und Versicherungsbeiträge als Vorsorgeaufwendungen.
• 20 % der Arbeits- und Fahrtkosten für Putzhilfen oder Aufwendungen für Hausmeister oder Winterdienst

Für diese sogenannte freiwillige Steuererklärung hat man vier Jahre Zeit, d.h. in 2020 kann man noch seine Steuerklärungen für 2019, 2018, 2017 und 2016 abgeben! Die Vordrucke dafür gibt es im Internet oder bei der IAS .

Faszination Bienenstock

Familie Aringhoff ist auf die Biene gekommen

Das Thema Bienen bewegt die Gemüter, seit sie vom Aussterben bedroht sind. Pestizide und die Varoamilbe scheinen neben dem Menschen die Hauptursachen für

Bildhauerin aus Liebe zum Stein

Sonja Mosick –  sympathisch, klug und kreativ

Bestimmt haben auch Sie schon mal neugierig in den Garten von Sonja Mosick an der Oldenfelder Straße 9 geschaut und die vielen Skulpturen bewundert.

Von der Bühne zum Schnaps

Mit dieser Schlagzeile begann ihre zweite erfolgreiche Karriere
Diese Schlagzeile fand Meike Brönneke zunächst unverschämt: „Was die Leute da jetzt reininterpretieren. Es ist doch ganz anders.“